Lactat: Vom wertlosen zum wertvollen Metabolit. Die Rolle der Lactatproduktion in der Regulierung der Erregbarkeit während hoher Leistungsanforderungen in den Muskelfasern

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Die nachstehenden Zeilen sind die Prämabel des Artikels, der mit dem Titel „Lactat: Vom wertlosen zum wertvollen Metabolit. Die Rolle der Lactatproduktion in der Regulierung der Erregbarkeit während hoher Leistungsanforderungen in den Muskelfasern“ in spanischer Sprache von Juan Ribas verfasst und in Federación Española de Medicina del Deporte (Femede) (Spanische Föderation für Sportmedizin), Band XXVII – Nr. 137 – 2010, S. 211-230 veröffentlicht wurde.

Im Herbst 1992 wagte ich zum ersten Mal, öffentlich mein Konzept zur Rolle des Lactats im Muskelstoffwechsel vorzustellen. Seit Anfang 1986 hatte ich es, basierend auf meinen eigenen Arbeiten mit Belastungsergometrien bei Sportlern und Experimenten mit Neuronen im zentralen Nervensystem, erstellt. Die einzigen, die zuhörten und etwas vom Kerngehalt dieses Vortrages verstanden, waren die Kardiologen, denen zu jenem Zeitpunkt bereits einige Hinweise vorlagen, dass Lactatakkumulation und Azidosespiegel bei Problemen kardialer Ischämie nicht Hand in Hand gehen . So wie ich es interpretiere, betrachtete mich der Rest des Publikums aufgrund der Verwerflichkeit dieser Angelegenheit für die Sportphysiologie der damaligen Zeit mit Skepsis und Ablehnung. Interessanterweise gab es keinerlei  Einwände, die die von mir vorgestellte Hypothese in Frage stellten.

Noch viele weitere Male habe ich  in der Öffentlichkeit bewiesen, dass der Ursprung des abgedroschenen Themas der  „Lactatschwelle“ das zentrale Nervensystem ist und nicht die Hypoxie, ein weiterer verwerflicher Aspekt im Hinblick auf die in der Sportphysiologie üblichen Konzepte. Im Jahr 2002 wagte ich mich endlich zur Rolle des Nervensystems und des Lactats für einige Aspekte der Muskelphysiologie zu veröffentlichen (González Badillo und Ribas Serna, 2002). Tatsache ist jedoch, dass sowohl bei diesem wie auch bei anderen Aspekten des Verständnisses  und der Interpretation wissenschaftlicher Ergebnisse Trägheit (Herdenverhalten) herrrscht und wirtschaftspolitische Interessen, wenn nicht gar Stolz, Mangel an Bescheidenheit und Mangel an Selbstkritik existieren. Zur Entlastung, nicht jedoch Rechtfertigung hierfür sei dieser weltweite Trend des Veröffentlichungszwanges angemerkt,  der herrscht, um auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forschung überleben zu können. Heutzutage ist es genau diese Eile, veröffentlichen zu müssen, die der Notwendigkeit, sich zum nachdenken Zeit zu nehmen, widerspricht. Dies führt auch zu einem anderen spezifischen Problem der internationalen wissenschaftlichen Produktion und zwar dem „Lärm“, bzw. den Publikationen, die anstatt innovative Hypothesen oder kritische Standpunkte zu bieten, nur geringfügige Änderungen bezüglich des allgemeinen Kriteriums einbringen, die letztlich nur die Verunsicherung erhöhen.

Meine Absicht ist es, hier nun mit relevanten wissenschaftlichen Mitteln meine aktuelle Vorstellung von der Rolle des Lactats in der Muskelphysiologie aufzuzeigen, genau wie ich dies immer auf wissenschaftlichen Tagungen und meinen Studenten unterschiedlicher Herkunft vortrage. Auf diese Weise möchte ich versuchen, das Lactat von den vielen metabolischen „Verbrechen“ reinzuwaschen, die ihm ungerechterweise angelastet werden.

 

Klicken Sie hier zum Herunterladen des vollständigen Artikels, in spanischer Sprache:
Lactato: De Indeseable A Valioso Metabolito. El Papel De La Producción De Lactato En La Regulación De La Excitabilidad Durante Altas Demandas De Potencia En Las Fibras Musculares