Blutlactat als Indikator der Krankenhaussterblichkeit bei schwerkrank eingelieferten Patienten: eine systematische Überprüfung

Scandinavian Journal of Trauma, Resuscitation and Emergency Medicine

Die nachstehenden Zeilen sind eine Zusammenfassung des Artikels “Blutlactat als Indikator der Krankenhaussterblichkeit bei schwerkrank eingelieferten Patienten: eine systematische Überprüfungdessen Originaltitel “Blood lactate as a predictor for in-hospital mortality in patients admitted acutely to hospital: a systematic review in englischer Sprache von Ole Kruse, Niels Grunnet und Charlotte Barfod verfasst und im Scandinavian Journal of Trauma, Resuscitation and Emergency Medicine 2011, 19:74 veröffentlicht wurde.

Hintergrund: Die Nutzung der Lactatüberwachung im Blut zur Bewertung des Risikos bei kritisch kranken Patienten bleibt umstritten. Diese Diskrepanzen beruhen teilweise auf den Zweifeln hinsichtlich angemessener Referenzintervalle und darauf, ob eine einzige Lactatmessung als Screening-Methode bei der Einlieferung ins Krankenhaus oder serielle Lactatmessungen durchzuführen sind. Außerdem gibt es keinen Konsens darüber, ob die Probe aus arteriellem, peripherem venösem oder kapillarem Blut gewonnen werden soll. Ziel dieser Studie ist:

1)      Zu untersuchen, ob die Lactatwerte einen Vorhersagewert hinsichtlich der Krankenhaussterblichkeit schwerkranker Patienten haben, d.h. Patienten, die vor der Aufnahme ins Krankenhaus, in ein Trauma-Zentrum, in die Notaufnahme oder die Intensivstation beurteilt wurden.

2)      Die Korrelation zwischen den Lactatwerten in arteriellem, peripherem venösen und kapillaren Blut bei Patienten in der akuten, kritischen Phase zu untersuchen.

Methoden: Bis April 2011 wurde eine systematische Suche unter Verwendung von PubMed, dem Cochrane Zentralregister für kontrollierte Studien, der Cochrane Datenbase für systematische Überprüfungen und dem CINAHL durchgeführt. Es wurden 66 Artikel als potenziell relevant eingestuft und die vollständigen Texte ausgewertet, von denen dann 33 Artikel ausgewählt wurden.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die geprüfte Literatur unterstützt die Überwachung der Lactatwerte im Blut als ein nützliches Instrument zur Risikobewertung bei jenen Patienten, die in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert werden. Vor allem ist die anhand von in Serie erstellten Lactatstichproben ermittelte Tendenz wertvoll hinsichtlich der Vorhersage der Krankenhaussterblichkeit. Alle Patienten mit Lactatwerten, die zum Zeitpunkt der Aufnahme 2,5 mM überschreiten, sollten streng auf Anzeichen einer Verschlechterung überwacht werden, jedoch sollten diejenigen mit noch niedrigeren Lactatwerten für die serielle Überwachung des Lactats in Betracht gezogen werden. Die Korrelation zwischen den Lactatspiegeln in arteriellem und venösem Blut war akzeptabel, weshalb eine venöse Probenahme  gefördert werden sollte, da Risiko und Unannehmlichkeiten dieses Verfahrens für den Patienten minimal sind. Die Bedeutung einer Lactat-gesteuerten Therapie sollte durch weitere Studien unterstützt werden.“

 

Klicken Sie hier zum Herunterladen des vollständigen Artikels, in englischer Sprache:

Blood lactate as a predictor for in-hospital mortality in patients admitted acutely to hospital: a systematic review