Validierung von Handmessgeräten zur Messung von Blutlactatkonzentration bei Milchkühen und Kälbern

Im Anschluss stellen wir Ihnen die Zusammenfassung des Artikels Validierung von Handmessgeräten zur Messung von Blutlactatkonzentration bei Milchkühen und Kälbern“ vor, dessen Originaltitel “Validation of handheld meters to measure blood L-lactate concentration in dairy cows and calves” in englischer Sprache von O. Burfeind und W. Heuwieser verfasst und im Journal of Dairy Science 95:6449–6456 veröffentlicht wurde.

Bei Rindern wird der Blutlactatwert unter verschiedenen Bedingungen, wie etwa während der Geburt und der Dystokie gemessen. Nach Kenntnis der Autoren wurde bis heute kein Handmessgerät für den Einsatz bei Rindern validiert und nur ein tragbares Gerät wurde für den Einsatz bei Kälbern validiert. Zur Bestimmung der Plasmalactatkonzentrationen müssen die Blutproben sorgfältig bearbeitet werden. Es empfiehlt sich, Natriumfluorid zu verwenden, um eine Glykolyse zu verhindern und die Plasmalactatkonzentration während des Transports stabil zu halten. Seine Wirkung auf die mit elektrochemischen Messgeräten durchgeführten Messungen wurde jedoch noch nicht untersucht. Die Autoren führten drei Experimente durch, die zum Ziel hatten, jene Faktoren zu untersuchen, welche die Messung von L-Lactat in Milchkühen (z.B. verschiedene Gerinnungsmittel, verschiedene Methoden) beeinflussen sowie ein Handmessgerät (Lactate Scout, SensLab GmbH, Leipzig, Deutschland) zur Bestimmung der Blutlactatkonzentration bei Milchkühen und Kälbern zu validieren. In einem ersten Ansatz wurden Blutproben von 49 Kühen in zwei verschiedenen Labors untersucht. Die Messungen der Blutlactatkonzentrationen wurden zwischen verschiedenen Labors korreliert sowohl in Bezug auf Lithiumheparin-Plasma (r=0,98) als auch Natriumfluorid-Plasma (r=0,99). In einem zweiten Ansatz wurden diese Proben mit drei verschiedenen Methoden [Lactate Scout, Biosen C_line (EKF Diagnostics GmbH, Barleben, Deutschland) und ein kommerzielles Labor] analysiert. Die mit Lithiumheparin gemessenen Blutlactatkonzentrationen unterschieden sich nicht, als sie mit dem Lactate Scout (0,99 ± 0,35 mmol/L), der Biosen C_line (0,81 ± 0,26 mmol/l) oder dem Laboranalysegerät getestet wurden (1,0 ± 0,36 mmol/L). Allerdings waren die in Natriumfluorid gemessenen Blutlactatkonzentrationen höher, wenn sie mit dem Lactate Scout (1.85 ± 0.66 mmol/L) anstatt mit Biosen C_LINE (0,92 ± 0,37 mmol/l) oder einem Analysegerät eines kommerziellen Labors (0,72 ± 0,45 mmol/L) gemessen wurden. Im zweiten und dritten Versuch wurden Blutproben von 173 Kühen und 106 Kälbern mit den drei Methoden (Lactate Scout, Biosen C_Line und kommerzielles Labor) analysiert. Die mit allen 3 Methoden analysierten Proben korrelierten: (Kühe: Lactate Scout vs. Biosen C_line: r=0,97, Lactate Scout vs. Labor 1: r=0,98, Biosen C_line vs. Labor 1: r=0.99; Kälber: Lactate Scout vs. Biosen C_line: r=0.97, Lactate Scout vs. Labor 1: r=0.98, Biosen C_line vs. Labor 1: r=0.99).

Abschließend lässt sich sagen, dass mit dem Lactate Scout und Biosen C_line gemessene Konzentrationen von L-Lactat im Blut im Vergleich zu Handelslabors zuverlässig und als Referenzmethode bei Milchkühen und Kälbern messen. Jedoch sollte bei der Entnahme der Probe auf die Wahl des Gerinnungsmittels geachtet werden.

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Validation of handheld meters to measure blood L-lactate concentration in dairy cows and calves