Das Konzept des maximalen Lactat-Steady-State: Eine Brücke zwischen Biochemie, Physiologie und Sportwissenschaft

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Die nachstehenden Zeilen sind eine Zusammenfassung des Artikels mit dem Titel „Das Konzept des maximalen Lactat-Steady-State: Eine Brücke zwischen Biochemie, Physiologie und Sportwissenschaft“, dessen Originaltitel “The Concept of Maximal Lactate Steady State: A Bridge Between Biochemistry, Physiology and Sport Sciencein englischer Sprache von Véronique L. Billat, Pascal Sirvent, Guillaume Py, Jean-Pierre Koralsztein und Jacques Mercier verfasst und in Sports Medicine, 2003: 33 (6): 407-426 veröffentlicht wurde.

Der maximale Lactat-Steady-State wird als Lactat-Konzentration im Blut (MLSSc) und höchste, über einen längeren Zeitraum ohne kontinuierliche Anhäufung von Lactat aufrechterhaltene Belastung (MLSSw) definiert. Es wurde berichtet, dass eine enge Beziehung zwischen sportlicher Ausdauerleistung und MLSSw besteht und die Durchschnittsgeschwindigkeit während eines Marathons knapp unter MLSSw liegt. Dieser Trainingsrhythmus grenzt das Niedrig-vom Hochintensitätstraining ab, bei dem die Kohlenhydrate einen Anteil von mehr als 50% des Gesamtenergiebedarfs liefern und bei dem man das Energiegemisch von überwiegend Fett zu überwiegend Kohlenhydraten ändert (überkreuzt). Die Stoffwechselrate des Adenosintriphosphat (ATP) steigt als unmittelbare Folge der Stoffwechselenergieproduktion und das Lactat im Blut bei MLSS stellt den höchsten Gleichgewichtspunkt  zwischen der Bildung und Ausscheidung von Lactat dar, wobei beide der Wiederverwertung oder Austausch von Lactat entsprechen (in der englischen Literatur bekannt als „Lactate turnover“). Es wird jedoch berichtet, dass der absolute MLSSc-Wert eine große Variabilität des Kapillarblutes zwischen einzelnen Individuen (2-8 mmol/L) zeigt und es wurde auch gezeigt, dass der absolute Wert nicht mit MLSSw in Zusammenhangs steht. Der Grund für die verbesserte Lactat-Clearance von trainierten Individuen wurde in erster Linie auf die Oxidation im aktiven Muskel und die Gluconeogenese in der Leber zurückgeführt. Der Lactattransport, sowohl im Innnern als auch außerhalb der Zellen wird durch die Monocarboxylat Transporter (MCT), also Transmembranproteine, erleichtert und erfahren durch das Training einen deutlichen Anstieg. Ausdauertraining erhöht die Ausprägung von MCP 1 mit intervariablen Auswirkungen auf MCT4. Die Beziehung zwischen der Konzentration den beiden MCT-Transportern und den Leistungsparametern (z. B. die maximale, in 20 Minuten zurückgelegte Entfernung) bei Elite-Sportlern wurde noch nicht nachgewiesen. Jedoch wurde veröffentlicht, dass der Lactat-Austausch und die geschätzte Clearance durch Geschwindigkeitskonstanten der Rückgewinnung von Lactat im Blut mit dem Zeitlimit (bis zur Erschöpfung) bei maximaler Sauerstoffaufnahme (VO2max) in Zusammenhang stehen.

 

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