Der Einfluss von Geschlecht, Schwimmzug und Distanz auf die Lactateigenschaften beim Hochleistungsschwimmen

PLoS ONE

Die nachstehenden Zeilen sind eine Zusammenfassung des Artikels mit dem Titel „Der Einfluss von Geschlecht, Schwimmzug und Distanz auf die Lactateigenschaften beim Hochleistungsschwimmen“, dessen Originaltitel “The Influence of Sex, Stroke and Distance on the Lactate Characteristics in High Performance Swimmingin englischer Sprache von Benjamin Holfelder, Niklas Brown und Dieter Bubeck verfasst und in PLoS ONE 8(10): e77185. doi:10.1371/journal.pone.0077185 veröffentlicht wurde.

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Hintergrund: Zum Erzielen von Weltklasseleistungen ist die Durchführung regelmäßiger Leistungsdiagnosen eine Grundvoraussetzung zur Orientierung im Hochleistungssport. Beim Hochleistungsschwimmen  ist die Diagnose der Lactatleistung ein wichtiges Instrument zur Messung der diesem Sport eigenen Ausdauerleistungsfähigkeit. Obwohl die Rolle von Lactat als Signalmolekül, Brennstoff und Substrat für die Gluconeogenese allgemein akzeptiert ist, werden die Lactatparameter in Bezug auf Stabilität, Erklärungsgehalt und  Interpretierbarkeit untersucht.

Methoden: Die individuelle anaerobe Schwelle (IAS) nach Bunc wurde unter Verwendung der schwimm-spezifischen Lactatschwellentests nach Pansold durchgeführt.

Ergebnisse: Die Querschnittsanalyse (ANOVA) von n = 398 Hochleistungsschwimmern zeigte signifikante Auswirkungen von Geschlecht, Schwimmzug und Distanz auf die IAS (der Prozentsatz der persönlichen Bestzeit auf die IAS) und maximale Lactatwerte (max. bLA). Bei Freistilwettbewerben sanken die IAS und der Prozentsatz der persönlichen Bestzeit in der IAS und der maximale bLA stieg sowohl bei Männern als auch Frauen von 100 auf 400 m deutlich an.  Frauen zeigten eine deutlich höhere prozentuale Verbesserung der Bestzeit auf die IAS mit einer niedrigeren beschreibenden IAS bei 7 der 8 untersuchten Veranstaltungen. Männer zeigten einen deutlich höheren max. bLA bei 5 der 8 Veranstaltungen. Im zweiten Schritt zeigte eine Mehrebenenanalyse (MLA)  von 1902 Datensätzen dieser 398 Athleten auch deutliche Auswirkungen in Bezug auf Geschlecht, Schwimmzug und Distanz. Für den Anfangszustand und die Entwicklung im Laufe der Zeit waren die Effektstärken für die Variablen Entfernung und Geschlecht mittel bis groß, während es für den Schwimmzug keine oder nur kleine Effektstärken gab.

Diskussion: Diese signifikanten  Ergebnisse deuten darauf hin, dass Laktattests bei Schwimmern, unter Berücksichtigung der Zeit zwischen den Messungen, besonders die das Laktat beeinflussenden Faktoren wie Geschlecht und Distanz berücksichtigen müssen. Anthropometrische Faktoren und die weibliche Physiologie sind mögliche Erklärungen für die relativ überlegenen Leistungen bei niedrigeren Laktatkonzentrationen im Vergleich zu Männern.[/quote_box]

 

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