Serielle Blutlactatwerte können den Verlauf eines Multiorganversagens nach septischem Schock prognostizieren

Nachstehend stellen wir Ihnen die Kurzfassung des Artikels “Serielle Blutlactatwerte können den Verlauf eines Multiorganversagens nach septischem Schock prognostizieren ” vor, dessen Originaltitel “Serial Blood Lactate Levels Can Predict the Development of Multiple Organ Failure Following Septic Shock” in englischer Sprache von Jan Bakker, Philippe Gris, Michel Coffernils, Robert J. Kahn und Jean-Louis Vincent verfasst und im American Journal of Surgery, Volumen 171, Februar veröffentlicht wurde.

HINTERGRUND: Trotz einer anfänglich erfolgreichen Reanimation verläuft der septische Schock häufig hin zu einem Multiorganversagen (MOV) und dem Tod. Da die Blutlactatwerte den Grad der zellulären Veränderungen widerspiegeln, untersuchten die Autoren die Beziehung zwischen den seriellen Blutlactatwerten und der Entwicklung des MOV oder der Mortalität bei Patienten mit septischem Schock.

PATIENTEN UND METHODEN: Die Autoren dieser Studie maßen den ursprünglichen Lactatspiegel (zu Beginn des septischen Schocks), den Lactatendwert (vor der Erholung oder dem Tod), „Lactime“ (Zeit, während der sich das Blutlactat unter > 2,0 mmol / L befand) und die Fläche unter der Kurve (ABC) für abweichende Werte (über 2,0 mmol / L) bei 87 Patienten mit einer ersten Episode septischen Schocks. Diese Messungen wurden mit Überleben und Organversagen korreliert und wurden in vier Systemen (Atem-, Nieren-, Leber-und Gerinnung) bewertet, wobei eine Höchstpunktzahl von 8 erzielt wurde.

ERGEBNISSE: Dreiunddreißig Patienten überlebten (38%). Von den 54 Nicht-Überlebenden (62%), hatten jene 13 Patienten, die während der ersten 24 Stunden des septischen Schocks starben, höhere Blutlactatausgangswerte als diejenigen, die später starben (Mittelwert ± Standardabweichung 9,6 ± 5,3 mmol/l vs. 5,6 ± 3,7 mmol/L, P<0,05). Die 74 Patienten, welche die ersten 24 Stunden des Schocks überlebten, wurden genauer untersucht. In der Präsentation hatten die Überlebenden deutlich höhere durchschnittliche Blutdruckwerte (76 ± 12 mm Hg im Vergleich zu 63 ± 20 mm Hg, P <0,001) und arteriellen pH-Werte (7,40 ± 0,07 gegenüber 7,37 ± 0,09, p <0,05) als die Nicht-Überlebenden. Obwohl die Unterschiede in den ursprünglichen Blutlactatwerten zwischen Überlebenden und Nicht-Überlebenden keine statistische Signifikanz erreichten (4,7 ± 2,5 mmol/l gegenüber 5,6 ± 3,7 mmol/L), hatten nur die Überlebenden eine signifikante Abnahme innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem septischen Schock. Die Überlebenden hatten eine deutlich geringere „Lactime“ und ABC als die Nicht-Überlebenden. Die Dauer der Lactatazidose war der beste Prädiktor für das Überleben (multiple Regressionsanalyse, R2 = 0.266, P <0,001), gefolgt von Alter, Herzfrequenz, Lactime und ABC. Die Dauer der Laktatazidose war der einzige signifikante Prädiktor für das Organversagen.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Bei Patienten mit septischem Schock sind die seriellen Bestimmungen der Blutlactatwerte gute Prädiktoren für den Verlauf von MOV und Tod. In dieser Hinsicht ist die Dauer der Lactatazidose bedeutender als der Lactatausgangswert. Obwohl eine Anzahl von Faktoren zu einer Hyperlactämie beitragen kann, sind diese Beobachtungen kompatibel mit dem direkten Einfluss einer länger andauernden Gewebehypoxie in der Entwicklung von Komplikationen nach septischem Schock.

 

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Serial Blood Lactate Levels Can Predict the Development of Multiple Organ Failure Following Septic Shock